» Aktuelles

06.12.17 10:03

Hans Christian Langner erhält Bundesverdienstkreuz

Anerkennung von höchster Ebene

Anerkennung von höchster Ebene

 

Bundesverdienstkreuz für den Multi-Ehrenamtler Hans Christian Langner / Viele Projekte in der Region tragen seine Handschrift

 

Bergenhusen

 

Der Brief aus Berlin kam an seinem 65. Geburtstag. Hans Christian Langner, Handwerksmeister aus Bergenhusen, erhielt eine Einladung zum Tag des Ehrenamtes in das Schloss Bellevue. Er solle mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet werden, hieß es. Gestern war dieser große Tag. Gemeinsam mit 24 weiteren Frauen und Männern aus Deutschland wurde Langner von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für seinen langjährigen ehrenamtlichen Einsatz geehrt. Es ist ein vielseitiges Engagement, so dass in der Handwerksorganisation und seiner Heimatregion vieles seine Handschrift trägt.

 

Hans Christian Langners Lebenslauf liest sich nicht wie ein langer ruhiger Fluss, sondern eher wie ein schnell fließender Strom mit vielen Hindernissen auf dem Weg zum Erfolg. „Menschen ohne Visionen sind langweilig“, erklärt Langner. Er habe immer in die Zukunft geblickt und versucht, seine Ideen zu verwirklichen, sagt Langner. Das sei nicht immer leicht gewesen. Aber er sei auch nicht immer ein leichter Verhandlungspartner, gesteht er. Seine Familie, insbesondere seine drei inzwischen erwachsenen Töchter, und Freunde mussten oft zurückstecken.

 

Mit 14 Jahren begann Hans Christian Langner eine Lehre zum Elektroinstallateur. Vor 40 Jahren legte er die Meisterprüfung ab und machte sich selbstständig. Nach 25 Jahren mit Ladengeschäften in Bergenhusen und Kropp arbeitet sein Betrieb mittlerweile überwiegend im Bereich Elektroinstallation mit den Schwerpunkten Brandschutz in Industrieanlagen, Rufanlagen in Krankenhäusern und Pflegeheimen. 52 Lehrlinge hat Langner ausgebildet.

 

Ebenfalls seit 40 Jahren ist Hans Christian Langner Mitglied der Kreishandwerkerschaft Schleswig. Seit 1998 ist er Kreishandwerksmeister, davor war er als Pressesprecher und viele Jahre als Meisterbeisitzer und Vorsitzender des Prüfungsausschusses der Elektroinnung tätig. „Mein Spitzname bei den Lehrlingen war „Meister Phase Null“, erinnerte er sich. Die Ausbildung und Förderung des Nachwuchses im Handwerk sei ihm stets sehr wichtig gewesen. Bis heute ist Langner Vizepräsident im Handwerk Schleswig-Holstein und gehört damit dem Landeshandwerksrat an (weitere Ämter siehe Infokasten).

 

Das Projekt „Meisterstipendium“ ist aus dem „Verein zur Förderung des schleswig-holsteinischen Handwerks“ entstanden, um junge Menschen finanziell zu unterstützen, die die Meisterschule besuchen wollen. Voraussetzung für dieses Stipendium seien gute Schulnoten und die Bereitschaft, auch nach der Prüfung im Handwerk tätig zu sein, erklärte Langner, der diesen Verein in eine Stiftung umwandeln möchte. Neben seinem Einsatz für das Handwerk verschrieb sich der Bergenhusener dem Ehrenamt in seinem Heimatdorf und in der Region. 1987 gründete er gemeinsam mit Wilhelm Stien, Heinz-Konrad Gosch-Huper und Uwe Mumm den Handels- und Gewerbeverein Bergenhusen. „Da steckt mein Herzblut drin“, sagt Langner, der es jedes Jahr schafft, prominente Vertreter aus Wirtschaft und Politik als Schirmherren des Neujahrsempfangs nach Bergenhusen zu holen. Im Männergesangverein von 1860 Bergenhusen ist Langner seit 43 Jahren Mitglied, 21 Jahre davon war er dessen Vorsitzender. „Singen befreit die Seele. Die wöchentliche Chorprobe ist ein fester und wichtiger Bestandteil meines Lebens“, erklärt der vielseitige Bergenhusener. Darüber hinaus ist er seit sieben Jahren Vorsitzender des Stapelholmer Sängerbundes. Ältermann der Vogelgilde von 1655 Bergenhusen ist er seit 2014, weil die Satzung das so vorschreibt und seit mehr als 20 Jahren ist er Jagdleiter der Jagdgemeinschaft Bergenhusen. Da wundert es nicht, dass zu diesen Ehrenämtern auch die Gründung eines Kulturvereins für Heimatgeschichte, die Chronikarbeit über den Männergesangverein, den Stapelholmer Sängerbund und das Dorfbuch Bergenhusen zu nennen sind. „An Band 2 der Dorfchronik und einem Bildband über die Vogelgilde arbeiten wir gerade“, berichtete Langner und ist erfreut, dass sich so viele junge Gildemitglieder an der Arbeit beteiligen.

 

Ans Aufhören denkt der umtriebige Bergenhusener nicht – weder im Beruf noch im Ehrenamt. „Ich kann es mir überhaupt nicht vorstellen, dass ich zuhause sitze und über meine Wehwehchen nachdenke“, sagte der Handwerksmeister, der gerade noch einmal für fünf Jahre zum Kreishandwerksmeister gewählt wurde.

Der gestrige Tag in Berlin war sehr aufregend und die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes habe ihn sehr bewegt, sagt Hans Chrstian Langner nach der Veranstaltung. Diese Auszeichnung bedeute ihm viel und sei gleichzeitig Motor für seinen weiteren ehrenamtlichen Einsatz.

Ute Reimers-Raetsch